Die Rolle der Küchensprecher/innen im Studentenwohnheim: Ein Herzstück der Gemeinschaft
Was ist eigentlich ein/e Küchensprecher/in? In den meisten Studentenwohnheimen ist die Gemeinschaftsküche der zentrale Ort, an dem sich die Bewohner/innen kennenlernen. Egal, ob man ein aufwendiges Gericht zaubert oder einfach nur eine Tiefkühlpizza in den Ofen schiebt – die Küche ist ein Ort des Austauschs und der Begegnung. Umso wichtiger ist es, dass alles reibungslos funktioniert. Hier kommt der/die Küchensprecher/in ins Spiel – ohne ihn oder sie läuft in der Küche oft gar nichts!

Die Aufgaben eines/r Küchensprechers/in
Der/Die Küchensprecher/in ist die erste Anlaufstelle für alle Küchenangelegenheiten. Zu den Hauptaufgaben gehört es, Regeln für die Nutzung der Küche aufzustellen und sicherzustellen, dass diese auch eingehalten werden. Dazu gehört auch der Einkauf von Putzmitteln, damit die Küche stets sauber und einladend bleibt. Außerdem hat der/die Küchensprecher/in die Verantwortung, neue Küchenutensilien wie Töpfe und Geschirr zu besorgen und die Kosten dafür über den/die Kassierer/in des Wohnheims abzurechnen.
Wenn etwas repariert werden muss – sei es der Geschirrspüler oder ein tropfender Wasserhahn – ist der/die Küchensprecher/in ebenfalls derjenige/diejenige der/die den Techniker informiert. Diese Rolle erfordert nicht nur organisatorisches Geschick, sondern auch ein gewisses Maß an Empathie. Schließlich ist es wichtig, dass sich alle Benutzer/innen in der Küche wohlfühlen und nicht nur mit Regeln überhäuft werden.
Gemeinschaft fördern
Ein/e Küchensprecher/in sollte auch die Fähigkeit haben, Menschen zusammenzubringen. Gemeinsame Kochabende oder kleine Feiern, wie eine Weihnachtsfeier, können das Gemeinschaftsgefühl stärken und den Austausch unter den Bewohnern fördern.
Ich selbst bin seit meinem Einzug in das Heim Küchensprecherin und habe diese Aufgabe zunächst mit einer Mitbewohnerin geteilt, die jedoch bald ausgezogen ist. Da ich gerne koche und backe, bin ich oft in der Küche und habe so die Möglichkeit, mit anderen Bewohnern in Kontakt zu treten. Dabei merke ich schnell, welche Putzmittel nachgekauft werden müssen und welche Utensilien die Küchenbenutzer/innen benötigen.

Ordnung und Sauberkeit
In meinem Wohnheim habe ich die Küche auf Vordermann gebracht. Zuerst habe ich Ordnung geschaffen, alle Regale und Schubladen für die gemeinsame Nutzung beschriftet und alte und kaputte Dinge entsorgt. Ein System für die Müllentsorgung habe ich ebenfalls eingeführt: Der Restmüll wird vom Reinigungspersonal entsorgt, während Papier, Plastik und Glas von den Küchenbenutzern selbst entsorgt werden müssen. Jede/r, die/der die Küche nutzt, wird auf einer Liste vermerkt, und wenn jemand an der Reihe ist, kümmert er/sie sich um den Müll. Diese Maßnahme hat einen riesigen Unterschied gemacht, denn zuvor haben sich nur zwei Personen um den Müll gekümmert.
Kommunikation ist der Schlüssel
Um die Regeln für die Küchenbenutzung klar zu kommunizieren, habe ich wichtige Punkte visuell aufbereitet. Erfahrungsgemäß liest kaum jemand einen langen A4-Zettel voller Regeln. Deshalb habe ich Bilder verwendet, um die wichtigsten Regeln darzustellen – zum Beispiel, dass alles in den Geschirrspüler gehört und nicht mit der Hand abgewaschen werden darf. Diese Bilder sind leicht verständlich, selbst für diejenigen, die kein Englisch sprechen.

Fazit
Das Schöne an der Rolle des/der Küchensprechers/in ist der ständige Kontakt zu anderen Menschen und die Möglichkeit, als Vermittler/in zwischen den Bewohnern und der Heimvertretung zu agieren. Man lernt, geduldig zu sein und kreative Lösungen zu finden, wenn nicht alles nach Plan läuft. Besonders motivierend ist es, wenn Bewohner/innen sich bedanken und sagen, wie gut die Küche läuft und dass sie gerne dort sind. Das spornt an, weiterhin engagiert zu bleiben und die Gemeinschaft zu fördern. Ich würde jedem Wohnheim empfehlen, einen engagierte/n Küchensprecher/in zu haben – oder sogar mehrere! Zu zweit ist es oft leichter, die Aufgaben zu teilen. Wichtig ist, Geduld mitzubringen und die gut funktionierende Küche auch mal zu genießen.